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KomMA-P

Komplementäre Nutzung verschiedener Energieversorgungskonzepte als Motor gesellschaftlicher Akzeptanz und individueller Partizipation zur Transformation eines robusten Energiesystems – Entwicklung eines integrierten Versorgungsszenarios



Ausgangssituation und Forschungsfragen

Spätestens seit der Katastrophe in Fukushima ist die Zustimmung zur Energiewende größer denn je – und viele Menschen wünschen sich den Umstieg auf erneuerbare Energien. Bei konkreten Veränderungen hört diese Begeisterung jedoch schnell auf. Windparks und Stromtrassen wollen die Wenigsten vor ihrer Tür haben, moderne Techniken wie Smartmeter erregen Skepsis.

Die Energiewende wird aber nur Erfolg haben, wenn die Bürger/innen diesen tiefgreifenden Wandel – auch in ihrer eigenen Lebenswelt – akzeptieren.

KomMA-P erforscht, unter welchen Bedingungen die Menschen dazu breit sind, die Energiewende zu akzeptieren und zu unterstützen. Ausgangsidee ist, dass man ihnen Möglichkeiten bieten muss, an dieser Veränderung teilzuhaben, damit sie diese mittragen. Bisher können sie sich nur beteiligen, wenn sie bereit sind, Geld zu investieren und damit zum Beispiel Anteile an Windparks oder Biogasanlagen erwerben oder eine Photovoltaikanlage auf ihrem Dach anbringen. Wem die Mittel dafür fehlen oder das Interesse an einer finanziellen Beteiligung, der bleibt ausgeschlossen. Im Zentrum der Forschung steht deshalb die Frage: Welche niedrigschwelligen Angebote und Instrumente braucht es, damit die Bevölkerung an der Energiewende partizipieren und sie dadurch besser verstehen und akzeptieren kann?

Projektziele und Umsetzung

Das Ziel des Forschungsprojekts sind Handlungskonzepte für Entscheidungsträger/innen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft. Sie bekommen Ansätze aufgezeigt, wie sie auf ihre Bedürfnisse und ihren lokalen Kontext abgestimmte Energiemaßnahmen umsetzen können, die nicht nur technisch und finanziell realisierbar sind, sondern auch die Menschen vor Ort einbinden und überzeugen. Um das zu erreichen, verknüpft das Projekt technische und ökonomische Energiewendemodelle mit sozialwissenschaftlichen Forschungen zu Akzeptanz und Teilhabe.

Eine Fragestellung des Forschungsprojektes ist, inwieweit technische Lösungen auf der einen Seite und Möglichkeiten zur Teilhabe auf der anderen Seite zusammen- bzw. voneinander abhängen. Im Gegensatz zu technischen und kostenoptimierten Energiewendeszenarien werden in diesem Forschungsprojekt Energiewendemodelle betont, die von den Menschen akzeptiert werden und an denen sie sich stärker beteiligen können.

Wie stark das Akzeptanz- und Partizipationspotential der verschiedenen technischen Optionen tatsächlich ist, wird durch sozialwissenschaftliche Methoden wie Feldtests, repräsentative Befragungen und Stakeholder-Dialoge empirisch abgesichert. Die Ergebnisse fließen dann in das Simulationsmodell PowerACE ein, das vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI entwickelt wurde.

Bei der Entwicklung und Erprobung der Szenarien stehen Praxispartner – Versorger, Dienstleister und Interessenvertreter aus dem Energie- und Umweltsektor – zur Seite. Zum Beispiel wird in Kooperation mit der SWW Wunsiedel die „Energiebox“ getestet, ein Minikraftwerk, das für mehrere Haushalte Strom und Wärme erzeugen kann. Gemeinsam mit Energiewende GmbH führen wir das Pilotprojekt „Energiefluss Visualisierung“ durch: Indem sichtbar gemacht wird, wo Energie herkommt und wie sie genutzt wird, sollen Verbraucher/innen für dieses Thema sensibilisiert und zu bewussterem Umgang mit Energie motiviert werden.

KomMA-P integriert verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Perspektiven zur Energiewende und vereint Kompetenzen aus Forschung und Praxis. Diese übergreifende Zusammenarbeit ist entscheidend für den Erfolg des Forschungsprojekts.








Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Verbundpartner: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE (Leitung)

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Competence Center Energiepolitik und Energiemärkte

Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Entwicklungspolitik
Projektlaufzeit: 01.07.2013 – 30.06.2016
Mitarbeiter: Marco Sonnberger, M.A. (Projektleitung bei ZIRIUS)
Dr. Michael Ruddat
Ansprechpartner: Marco Sonnberger
(marco.sonnberger(a)zirius.uni-stuttgart.de)

Projekthomepage: http://www.energiewende-akzeptanz.de