Start Über ZIRIUS Struktur Themenbereiche Projekte Schriften Kontakt Impressum English







SimTech-Teilprojekt IBESSA

"Interfaces between energy systems simulation and social systems analysis"



Zielsetzungen
Das Projekt IBESSA baut auf den Erkenntnissen von zwei SimTech Projekten der ersten Förderperiode auf: Das Projekt COPLOS untersuchte Hemmnisse und Chancen im Kommunikationsprozess zwischen Modellierern und politischen Entscheidungsträgern; das Projekt ACCESS behandelt die methodische Eignung der Cross-Impact Bilanzanalyse (CIB) als Instrument zur Integration sozialer Aspekte in Umweltmodellierungen. Das Projekt IBESSA profitiert somit einerseits von den im Projekt COPLOS identifizierten Kommunikationsmuster, andererseits aber auch von den methodischen Einsichten aus ACCESS. Diese Forschungsergebnisse kommen nun bei dem speziellen Bereich der Energiesystemanalysen zur Anwendung.

Auf der Grundlage der aktuellen Forschungen zur deutschen Energiewende analysiert das Projekt die entscheidenden sozialen Faktoren, die Energiesysteme und somit auch deren Simulationen maßgeblich beeinflussen. Der Forschungsbeitrag von IBESSA liegt dabei in folgenden Bereichen:
  • Identifizierung essentieller sozialer Einflussfaktoren in Energiesimulationen in Kooperation mit anderen Forschungsprojekten des Instituts;
  • Analyse der Folgen von Unsicherheit, Mehrdeutigkeit und versteckter Komplexität der identifizierten Faktoren für die resultierenden Simulationsergebnisse und die daraus abgeleteten Empfehlungen für Entscheidungsträger;
  • Untersuchung und Vergleich von Methoden zur Integration sozialwissenschaftlicher Analysen in Simulationen, einschließlich der Cross-Impact Bilanzanalyse (CIB);
  • Analyse potenzieller Verbesserungen in der Kommunikation zwischen Modellierern und Entscheidungsträgern und die bessere Verwertbarkeit von Simulationen als Basis für politische Entscheidungen durch die Entwicklung integrierter sozio-technischer Szenarien.
Forschungsmethoden
Als Basis zur Demonstration des Mehrwerts sozialwissenschaftlicher Analysen in Energiesystemsimulationen wird zunächst die Einbindung und Analyse relevanter sozialer Parameter in bestehenden Energieszenarioanalysen geprüft. Eine Metaanalyse nationaler und internationaler Energieszenarien untersucht ob und wie soziale Kontextfaktoren in Szenarioanalysen behandelt und integriert werden und welche Konsequenzen dies für die resultierenden Szenarien haben kann. In einem nächsten Schritt werden detaillierte Systemanalysen der sozialen Kontexte nachträglich für ausgewählte Energieszenarien entwickelt. Dies soll die Unterschiede in analytischem Gehalt und Ergebnis der Szenarioanalysen bei systematischer Analyse sozialer Kontexte verdeutlichen.

Es wird angenommen, dass sozialwissenschaftliche Analysen einen wichtigen Beitrag leisten können, indem sie ein besseres Gesamtverständnis des Systems fördern, vorgefestigte Weltbilder infrage stellen und zu Diskussionen unter Stakeholdern anregen können. Diese These soll mithilfe von Sozialexperimenten getestet werden. Die Effekte der CIB auf die Einstellung und das Verständnis von sollen dort mit Effekten weniger formalisierter und intuitiver Methoden verglichen werden.

Der Projektteil zum Thema Kommunikation führt ebenfalls zunächst eine Mediaanalyse durch, in der die Rolle von Energieszenarien in der öffentlichen Debatte untersucht wird. Diese Analyse soll dabei helfen, Kategorien verschiedener Arten von Einflüsse der Simulationen auf politische Entscheidungen zu erarbeiten. Fallstudien sollen außerdem die Rolle von Energieszenarien in der Stakeholder-Kommunikation herausstellen. Nach einer Vorauswahl werden hierfür das Energiekonzept der Bundesregierung 2010, die „BMU Leitstudie“ und die „Energiereporte“ im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Betracht gezogen.

Als Abschluss des Projekts ist ein Workshop geplant, der zum einen die Sensibilität von Entscheidungsträgern und Modellierern für die Rolle von sozialwissenschaftlichen Aspekten in Energieszenarioanalysen reflektieren soll. Zum anderen soll der Workshop dazu genutzt werden, die Erkenntnisse des Projekts im Hinblick auf die Kommunikation zwischen Entscheidern und Modellierern zu spiegeln.

Aktueller Stand
Die Metaanalyse bestehender Energieszenarioanalysen wird derzeit durchgeführt, Bewertungsschemata sowie Kriterien zur Identifizierung verschiedener Typen der sozialwissenschaftlichen Integration sind erarbeitet. Erste Ergebnisse sind für den Spätsommer 2014 geplant. Gleichzeitig werden verschiedene mögliche Theorien und konzeptionelle Rahmen untersucht, die eine Diskussion zur Notwendigkeit sozialwissenschaftlicher Analysen in Energiesimulationen bereichern können. Die Relevanz der sog. Kontextszenarien als Rahmen für Energieszenarien wurde bereits im Rahmen einer SimTech – Special Session auf der „Konferenz für Wirtschaft- und Sozialkybernetik KyWi 2014“ im Juli in Stuttgart präsentiert.

Für den Kommunikationsteil wurde das Forschungsdesign erarbeitet. Die Mediaanalyse befindet sich derzeit in der Durchführung, eine erste Untersuchung mithilfe der Software XENIO ergab 321 Ergebnisse. Detaillierte Inhaltsanalysen, die Charakterisierung von Zielgruppen werden ebenfalls durchgeführt, endgültige Ergebnisse der Analysen sind für Herbst 2014 geplant.











Projektlaufzeit: Januar 2014 – Oktober 2017

Bearbeitung: Dr. Dirk Scheer (bis Dezember 2015)

Ricarda Scheele, M.Sc.
Mail: ricarda.scheele(a)zirius.uni-stuttgart.de

Informationen
zu SimTech
=> SimTech-Homepage