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Helmholtz Graduiertenschule "Energieszenarien" (ESS)

Projekt
"Methods of social context inclusion in energy scenario construction"




Die geplante Transformation des deutschen Energiesystems ist ambitioniert und bisher einzigartig. Das Fehlen von Erfahrungen auf internationaler Ebene erhöht den Druck auf die Suche nach geeigneten Wegen, die Energiewende zu vollziehen. Der Infrastrukturausbau, der Ausstieg aus der Kernenergie und der Ausbau von erneuerbaren Energien müssen vorausschauend geplant werden, da diese Vorhaben investitionsintensiv sind und sich somit nur mittel- bis langfristig amortisieren können. Umso wichtiger ist es für Politik und Wirtschaft auf eine wissenschaftliche Basis zurückgreifen zu können, anhand derer Maßnahmen evaluiert und Entscheidungen getroffen werden.

Mittels mathematischer Modellierung können Entwürfe der zukünftigen Energiebereitstellungs-, verteilungs- und Nutzungsstrukturen in Form von Energieszenarien skizziert werden. Dies erfordert jedoch Annahmen über die zukünftige Entwicklung verschiedener gesellschaftlicher Einflussgrößen, beispielsweise Bevölkerungsentwicklung, BIP-Entwicklung, Ölpreisentwicklung, etc. Der Transformationsprozess des Energiesystems wird entlang dieser Rahmenannahmen konstruiert. Aufgrund des engen Zusammenspiels zwischen technologischer und gesellschaftlicher Entwicklung hat die getroffene Auswahl an Rahmenparametern starke Auswirkungen auf die Ergebnisse der Berechnungen, insbesondere wenn auch noch selten berücksichtigte, aber ebenfalls einflussreiche Faktoren wie Akzeptanz der Energiewende durch die Bevölkerung, Wertewandel, Politikstabilität, Gefährdung durch wirtschaftliche Krisen, etc. mit einbezogen werden. In der gegenwärtigen Modellierungspraxis werden die gesellschaftlichen Kontexte jedoch nur eingeschränkt und wenig systematisch berücksichtigt. Um der Komplexität gesellschaftlicher Kontexte sowie der Unsicherheit bzw. Bandbreite zukünftiger gesellschaftlicher Entwicklungen besser Rechnung tragen zu können, ist eine fundierte Analyse treibender gesellschaftlicher Faktoren und ihrer wechselseitigen Einflüsse wesentlich für die Glaubwürdigkeit und Aussagekraft von Energieszenarien.

Das Dissertationsprojekt „Methods of social context inclusion in energy scenario construction”, das in die interdisziplinäre Energy Scenario School der Helmholtz Forschungsgemeinschaft eingebettet ist und eng mit dem Foresight-Projekt der Helmholtz Allianz Energy-Trans kooperiert, beschäftigt sich mit der Integration gesellschaftlicher Kontexte in die Energiesystemmodellierung. Dabei werden sozio-technischen Zusammenhänge beleuchtet und mit Hilfe der Cross-Impact-Bilanzanalyse (CIB) als zentrale Szenario-Methodik konsistente gesellschaftliche Kontextszenarien entwickelt, die versuchen die Unsicherheit gesellschaftlicher Entwicklungen aufzugreifen und darzustellen. In einem weiteren Schritt werden die Wechselwirkungen zwischen den entworfenen Gesellschaftsszenarien und dem Energiesystem betrachtet und analysiert.







Auftraggeber: Helmholtz-Graduiertenschule "Energieszenarien"
Projektlaufzeit: Juli 2012 – Juni 2015
Mitarbeiter: Sigrid Prehofer
Hannah Kosow
Ortwin Renn
Wolfgang Weimer-Jehle
Ansprechpartnerin: Sigrid Prehofer
(sigrid.prehofer(a)zirius.uni-stuttgart.de)

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