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Kopernikus-Projekt „Energiewende-Navigationssystem“


Die Energiewende erfordert einen tiefgreifenden Umbau der Energieerzeugung, -verteilung und –nutzung in Deutschland. Bisher hat sich die Forschung vor allem darauf konzentriert, technische Lösungen für einzelne Bereiche des Energiesystems zu entwickeln. Doch die Energiewende erfordert mehr. Das vom BMBF geförderte Projekt „Energiewende Navigationssystem“ (ENavi) untersucht die Wechselwirkung zwischen Technikentwicklung, Organisationsformen, Regulierung und Verhalten. Es erweitert damit den Fokus und betrachtet die Energiewende als einen tiefgreifenden und systemischen technisch-gesellschaftlichen Veränderungsprozess. Der Stuttgarter Forschungsverbund „Stuttgart Research Initiative on Integrated Systems Analysis for Energy“ (STRise), in den ZIRIUS eingebunden ist, ist einer der Hauptpartner eines 84-köpfigen Forschungskonsortiums.

In der ersten Projektphase geht es darum, das komplexe System Energieversorgung und verwandte Bereiche wie Industrie, Verkehr und Konsum besser zu verstehen. Darauf aufbauend werden sich die Wissenschaftler und die Partner aus der Wirtschaft und Zivilgesellschaft mit der Frage beschäftigen, wie sich technologische, wirtschaftliche, politische und soziale Strukturen bei der Gestaltung des künftigen Energiesystems berücksichtigt werden können. Ziel des Projektes ist es, die Energiewende effizient, aber auch sozialverträglich zu gestalten. ZIRIUS ist im Rahmen der Phase I von ENavi in zwei Arbeitspaketen tätig:

AP1…Roadsmap und Navigation

Das Arbeitspaket hat die Aufgabe, die Erkenntnisse des Projektes aus den anderen Arbeitspakten zu Transformationspfaden für das Energiesystem zusammenzufassen und die dafür notwendigen Interventionen auszuweisen. Der Plural im Begriff „Roadsmap“ drückt aus, dass anders als bei einer konventionellen Technologie-Roadmap die Vielfalt möglicher Pfade in den Blick genommen wird.

ZIRIUS hat im Rahmen von AP1 die Aufgaben, die Interdependenz zwischen den erforderlichen Interventionen in verschiedenen Feldern zu analysieren um policy packages zu entwickeln, in denen Synergien anstatt gegenseitigen Störwirkungen dominieren. Weiterhin werden sog. Panoramaszenarien entwickelt. Sie thematisieren, dass sich über die langen Zeiträumen, in denen die Energiewende gestaltet werden muss, auch Deutschland als Gesellschaft in vielfältiger Weise verändern wird, was nicht ohne Einfluss auf die Energiewende bleiben wird. Als zentrale Methodik für diese Beiträge wird die am ZIRIUS entwickelte Cross-Impact Bilanzanalyse (CIB) verwendet.

AP6… Verhalten im Wandel von Werten und Lebensstilen

Ziele dieses von ZIRIUS geleiteten APs sind, für unterschiedliche Akteure (Haushalte, Unternehmen etc.), (1) Einflussfaktoren auf das Entscheidungs- und Nutzungsverhaltens sowie Innovationsstrategien zu identifizieren und (2) die Wirksamkeit von innovativen Interventionen und Fördermaßnahmen sowie die Akzeptanz von Maßnahmen zu untersuchen.

Bei den Arbeiten auf Haushaltsebene widmet ZIRIUS sich dem transformativen Potential multi- und intermodaler Verkehrskonzepte, die Öffentliche Verkehrsmittel, Car-Sharing (inkl. E-Cars), Mitfahrangebote, Fußgänger- u. Radverkehr (inkl. E-Bikes) u.a. verbinden und auf verschiedene Nutzergruppen zugeschnitten sind, und der Förderung der Flexibilisierung von Mobilitätsentscheidungen als Alternative zu dominanter Nutzung des eigenen Autos. Hierbei werden Wechselwirkungen mit der Diffusion von Elektromobilität berücksichtigt.

Neben diesen Arbeiten zur Haushaltsebene ist ZIRIUS auch für die Analyse der Akteure auf der Mesoebene zuständig. ZIRIUS untersucht hier Strategien und Visionen von alteingesessenen und neuen Akteuren des Strom- und Mobilitätssektors. Der Fokus der Arbeiten liegt dabei zunächst auf den Nischen Batteriespeicher und Intermodalität. Für beide Nischen wird zu untersuchen sein, welche Akteure hier aktiv sind und welche Handlungskonzepte und Visionen sie haben und welche Diffusionsmechanismen sich jeweils erkennen lassen. Die Ergebnisse dieser Analysen werden dann auch im Hinblick auf die weiteren Diffusionspotenziale und die Wirksamkeit zukünftiger Steuerungsinstrumente ausgewertet.








Projektförderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Projektlaufzeit: November 2016 – Oktober 2019
Mitarbeiter: Dr. Wolfgang Weimer-Jehle (AP1)
Dr. Wolfgang Hauser (AP1)
Sigrid Prehofer (AP1)
Dr. Birgit Mack (AP6)
Karolin Tampe Mai (AP6)
Sandra Wassermann (AP6)
Dr. Annika Arnold (AP6)
Ansprechpartnerin: Dr. Birgit Mack
(birgit.mack(a)zirius.uni-stuttgart.de)

Projekt-Homepage: https://www.kopernikus-projekte.de/projekte/systemintegration
Projektbeschreibung: https://www.oekom.de/fileadmin/zeitschriften/gaia_leseproben/GAIA1_2017_68_69_ENavi.pdf